Wohnbauprojekt 55+: Sparkasse will Idee an der Ostenstraße umsetzen

Blickwinkel Schwerte am 04.03.2016 von Ingo Rous

Schwerte. Ein Wohnprojekt speziell für Menschen ab 55 will die Sparkasse an der Ostenstraße in Höhe der Bushaltestelle vor der Kreuzung Bethunestraße bauen. Dafür hat sie das benötigte, ehemals städtische Grundstück erworben, dessen Verkauf die Stadt Schwerte schon vor Wochen öffentlich ausgeschrieben hatte. 290000 Euro wird die Sparkasse dafür auf den Tisch legen. Sie bewegt sich damit um 40000 Euro über dem Mindestverkaufspreis.

01 presse ostenstrasse sparkasse schwerte visualisierung schamp schmaloeer Bild: SCHAMP & SCHMALÖER

Der Bebaungsvorschlag wurde aus dem Demografiebericht der Stadt Schwerte und Inhalten der „ZwAR-Gruppe“ (Zwischen Arbeit und Ruhestand und der „WiR-Gruppe“ (Wohnen im Ruhestand) entwickelt. Wohnbauprojekt 55+ nennt die Sparkasse ihr Vorhaben. Die Stadt findet das gut, weil das Grundstück aus städtebaulicher Sicht für die Realisierung eines Wohnprojekts sehr gute Voraussetzungen bietet.

Passiver Lärmschutz
Die Sparkasse will 21 Wohneinheiten sowie zwei Gästewohnungen für Besuche der Mieter errichten. Zudem gibt es noch eine Gemeinschaftswohnung, die den Bewohnern als Ort der Zusammenkunft dienen soll. „Wir nennen das Kaminzimmer“, sagte Sparkassenvorstand Ulrich Bartscher am Freitag in einem Mediengespräch mit dem beteiligten Architekturbüro SCHAMP & SCHAMLÖER aus Dortmund. Das Gebäude wird zur Ostenstraße viergeschossig ausgebaut und fällt bis zum begrenzenden Mühlenstrang auf eine ein- bis zweigeschossige Höhe zurück. Ein Innenhof soll zu gemeinsamen Aktivitäten der Bewohner animieren. 28 Stellplätze gibt es in einer Tiefgarage. Im Keller ist auch der Waschraum untergebracht; die Sparkasse will als Vermieterin Waschmaschinen zur Verfügung stellen und denkt sogar über ein Elektroauto nach, das allen z.B. für Einkäufe zur Verfügung steht. Probleme mit dem Grundwasserspiegel erwartet die Architekten nicht. Wahrscheinliche Lärmbelastungen durch die nahe gelegene B236 sollen mit passiven Schallschutzmaßnahmen reduziert werden. Den Mietpreis setzte Ulrich Bartscher am Freitag bei „knapp unter 10 Euro“ an. Die Wohnungen werden zwischen 70 und 100 Quadratmetern groß sein. Den Baubeginn erwarten die Architekten in knapp einem Jahr. Die Fertigstellung soll in 2018 erfolgen.

Was kostet die Bodensanierung?
Ob es allerdings tatsächlich zur Umsetzung dieser guten Idee kommt, hängt von Bodenuntersuchungen ab. Belastungen sind auf jeden Fall vorhanden, die mit einer Sanierung und Entsorgung einhergehenden Kosten trägt der Käufer. Der hat das Recht, vom Kaufvertrag zurückzutreten, wenn die Sanierung und Entsorgung den Betrag von 100000 Euro übersteigt. Die Sparkasse hat hier sogar 150000 Euro eingesetzt. Aber weder sie als Bauherrin noch das Architekturbüro rechnet damit, Kosten in dieser Höhe für die Bodensanierung überhaupt einsetzen zu müssen.

Für das Grundstück hat es drei weitere Kaufinteressenten gegeben. Die Vorhaben waren der Bau eines Hindutempels, eines Biomarktes und zweier Mehrfamilienhäuser für Sozialwohnungen mit Belegungsrecht für die Stadt Schwerte.

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